Multiple Sklerose

Bei der Multiplen Sklerose (MS) handelt es sich um eine entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems, d.h. von Gehirn, Rückenmark und Sehnerven. Dabei werden vorwiegend die Hüllen der Nervenzellen (Myelinscheiden) durch das körpereigene Immunsystem angegriffen und zerstört. Folge sind Sehstörungen, Lähmungen, Gefühlsstörungen, Schwindel und viele weitere Ausfälle, die sich unter Umständen zu einer Behinderung summieren können. In den letzten Jahren hat es erhebliche Verbesserungen in Diagnostik und Therapie geben, die in der neurologischen Praxis konsequent und zeitnah umgesetzt werden, um die bestmögliche Prognose für die Betroffenen zu erzielen.

Kopfschmerzen / Migräne

Kopfschmerzen sind Beschwerdeempfindungen im Schädelbereich, die auf Reizungen schmerzempfindlicher Kopforgane wie Hirnhaut, Hirnblutgefäße oder obere Rückenmarksnerven beruhen. Von primären Kopfschmerzen spricht man, wenn der Kopfschmerz selbst die Beschwerdeursache ist. Bei sekundären Kopfscherzen sind die Beschwerden eine Begleiterscheinung einer anderen Krankheit. Typische Auslöser sind Erkältungen, aber z. B. auch der morgendliche Kater nach zu viel Alkoholkonsum und manchmal Verspannungen durch beispielsweise Kiefer- oder Zahnfehlstellungen. Die Therapie hängt von der zugrundeliegenden Krankheit ab. Migräne ist eine neurologische Erkrankung, die gekennzeichnet ist durch regelmäßig wiederkehrende Kopfschmerzattacken, manchmal auch in Begleitung mit Übelkeit, Licht- und Geräuschempfindlichkeit o. Ä. Migräne kann in verschiedenen Formen auftreten und unterschiedliche Auslöser haben. Die Therapie erfolgt in der Regel medikamentös und gelegentlich auch über spezielle Entspannungsübungen. Im Vordergrund steht eine Linderung der Symptome und eine Verringerung der Auftretenshäufigkeit der Schmerzattacken. Bei chronischer Migräne kann auch eine Therapie mit Botulinumtoxin erwogen werden.

Epilepsie / Anfallsleiden

Epilepsie bezeichnet eine Hirnfunktionsstörung mit anfallartigem Auftreten von Bewusstseinsstörungen und unkontrollierten Bewegungen. Die Anfälle können verschiedene Erscheinungsformen aufweisen und bis zu einigen Minuten andauern. Mögliche Ursachen reichen von Geburtsschäden (v. a. Sauerstoffmangel) bis hin zu Hirnverletzungen, -tumoren oder -blutungen. Man unterscheidet üblicherweise zwischen kleinen und großen Anfällen. Unter erstere fallen kurze Störungen des Bewusstseins, zum Beispiel gekennzeichnet durch Augenverdrehen und vorübergehender geistiger Abwesenheit. Große Anfälle zeichnen sich durch Bewusstlosigkeit aus, meist in Verbindung mit Sturz und Krämpfen. Die Behandlung erfolgt meist medikamentös. Mittels spezieller krampfunterdrückender Arzneimittel können die Anfälle in der Regel weitestgehend verhindert werden. In besonderen Situationen werden auch operative Eingriffe vorgenommen.

Bewegungsstörungen

Eine Bewegungsstörung ist eine Beeinträchtigung der Motorik infolge von Fehlsteuerungen des zentralen Nervensystems. Hierzu zählt man Erkrankungen wie Parkinson, chronisches Zittern (Tremor), Muskelspannungen bzw. Muskelsteifheit (Rigor), Gangstörungen und spastische Lähmungen. Typische Symptome sind unkontrollierte Bewegungen oder Fehlbewegungen. Die Behandlung erfolgt zum Teil medikamentös und zum Teil in Zusammenarbeit mit erfahrenen Physiotherapeuten, die individuell an Patient und Erkrankungsform angepasste Bewegungsübungen, Krankengymnastik oder Massagetechniken durchführen.

Hirnleistungsstörungen / Demenz

Unter Hirnleistungsstörungen versteht man Beeinträchtigungen in der kognitiven Leistungsfähigkeit. Typische Symptome sind häufige Probleme in Bereichen wie Konzentration, Aufmerksamkeit, Merkfähigkeit oder Sozialverhalten. Die geklagten Beschwerden müssen mit validierten Testverfahren geprüft und das Ausmaß gemessen werden. Wenn das alltägliche Leben noch nicht relevant beeinträchtigt ist, spricht man von leichter kognitiver Störung (MCI, minimal cognitive impairment). Wenn Hilfsbedarf bei Dingen des alltäglichen Lebens besteht, ist die Diagnose einer Demenz zu erwägen. Die Erkrankung muß umfassend mit Bildgebung des Gehirns und Laboruntersuchungen abgeklärt werden. Die Einordnung in eine von mehreren möglichen Demenzerkrankungen sollte angestrebt werden. Die Therapie besteht in Beratung, Verhaltensänderungen und Medikamenten.

Schwindel

Medizinisch versteht man unter Schwindel eine wahrgenommene Scheinbewegung zwischen sich und der Umwelt in Begleitung mit Dreh- bzw. Schwankgefühlen. All unsere Wahrnehmungen werden über das Gehirn verarbeitet. Damit diese Informationen richtig verarbeitet und somit alle Bewegungen richtig aufeinander abgestimmt werden, ist eine ausreichende Sauerstoff- und Nährstoffzufuhr für das Gehirn wichtig. Ist beispielsweise der Blutkreislauf bzw. der Blutdruck nicht intakt, so können Störungen in der Versorgung auftreten – die Folge ist Schwindel. Eine weitere sehr häufige Schwindelursache ist eine Störung des Gleichgewichtsorgans im Innenohr. Vor allem, wenn Schwindel ohne triftigen Grund, sehr häufig oder zusammen mit anderen Beschwerden wie Übelkeit, Kopfschmerzen und Fieber auftritt, können allerdings auch ernstere Ursachen dahinterstecken. Im Zweifelsfall empfiehlt sich ein Arztbesuch.

Durchblutungsstörungen

Eine Durchblutungsstörung ist eine Behinderung des Blutflusses im Gefäßsystem, was zu einer Fehlversorgung von Organen und Gewebe führen kann. Die Ursache liegt in Gefäßverengungen durch Verkalkung, Blutgerinnsel o. Ä., im höheren Alter zudem begünstigt durch abnehmende Elastizität der Blutgefäße. Die Folgen können Schlaganfall und Bewegungs- und Gedächtnisstörungen sein. Bei frühzeitiger Erkennung sind die Erfolgsaussichten relativ gut.

Schlaganfälle / Hirnblutungen

Als Schlaganfall bezeichnet man eine schwere und plötzlich auftretende Funktionsstörung des Gehirns, die häufig einhergeht mit einem anhaltenden Ausfall des zentralen Nervensystems. Die Ursache liegt in starken Störungen der Blutversorgung des Gehirns und daraus resultierendem absterbenden Hirngewebe. Typische Symptome sind u. a. Seh- und Wahrnehmungsstörungen, Schwindel, teilweise Gesichtslähmungen sowie Sprachstörungen. Unter einer Hirnblutung versteht man einen Bluterguss im Hirngewebe, ausgelöst durch ein beschädigtes Hirnblutgefäß. Ursachen können zum Beispiel Traumata, Gefäß- und Hirntumore oder Gerinnungsstörungen sein. In der neurologischen Praxis ist die Erkennung von Risikofaktoren, Vorboten und die vorbeugende Behandlung wichtig. Nach erfolgtem Ereignis ist die Nachbetreung und Erkennung von Folgekrankheiten wie Demenz, Epilepsie oder Depression wichtig.

Polyneuropathien

Dabei handelt es sich um eine Schädigung vieler oder aller Nerven im Körper, wobei häufige Anfangssymptome Mißempfindungen in Füßen oder Unterschenkeln sind. Die Ursachen sind vielfältig. Zum Teil handelt es sich um andere Grunderkrankungen wie Zuckerkrankheit, Alkoholmissbrauch oder ein Tumorleiden. Neben der neurologischen Untersuchung ist die Nervenmessung für die Diagnose entscheidend. Danach muß eine umfassende Laboruntersuchung zur Ursachenabklärung erfolgen. Eine evtl. gefundene Grunderkrankung muß behandelt werden und bei unangenehmen Symptomen wie Schmerzen oder Kribbeln ist eine zusätzliche medikamentöse Behandlung erforderlich.

Neuralgien / Ischialgien

Neuralgien sind meist als ziehend oder reißend empfundene Schmerzen, die im peripheren Nervensystem entstehen. Der betroffene Nerv leitet dabei die Störsignale an das zentrale Nervensystem in Hirn und Rückenmark weiter und es entsteht das bekannte Schmerzempfinden. Mögliche Ursachen sind Verletzungen oder Einklemmungen. Wenn möglich, sollte die Behandlung an der Schmerzursache und nicht an den empfundenen Schmerzsymptomen ansetzen. Infrage kommen vor allem Medikamente und chirurgische Eingriffe. Unter Ischialgien versteht man ziehende oder reißende Schmerzen im Bereich des Ischiasnervs. Die Hauptursache dafür sind Reizungen der Nervenwurzeln, welche zum Beispiel durch Bandscheibenvorfälle oder Tumore ausgelöst werden können. Die Behandlung kann durch einfache Maßnahmen wie Ruhelage, medikamentöse Therapie oder durch chirurgische Eingriffe erfolgen.

Muskelerkrankungen

Muskelerkrankungen sind plötzlich auftretende Muskelschwäche und/oder muskuläre Schmerzen begleitet von stetigem Muskelschwund. Die Symptome können begrenzt innerhalb einzelner Muskelgruppen auftreten oder aber die gesamte Muskulatur befallen. Die Ursachen können sehr vielfältig sein. Neben Entzündungen können Fehler bei der Nerv-Muskel-Kommunikation oder Schäden in der Muskulatur vorliegen. Einige Muskelerkrankungen sind auch erblich bedingt. Die Behandlung wird in Kooperation mit einem Physiotherapeuten und einem Orthopäden durchgeführt. Im Rahmen der Therapie spielt zudem eine Unterstützung der betroffenen Muskeln durch speziell angepasste Hilfsmittel eine große Rolle.


Bitte vereinbaren Sie einen Termin

Um unnötige Wartezeiten zu vermeiden, bitten wir Sie, rechtzeitig einen Behandlungstermin mit uns auszumachen. In Notfällen sind selbstverständlich kurzfristige Termine nach Rücksprache möglich. An praxisfreien Zeiten wie mittwochnachmittags, nachts, an Wochenenden und Feiertagen wenden Sie sich in Notfällen bitte an die kostenpflichtige Notrufnummer

  • Praxis 0 52 21 / 5 29 21 2

  • Notruf 0 18 0 / 5 04 41 0